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Das Schreiben

Alles fing 1990 an. Thomas Hesse tat sich mit dem Fotografen Armin Fischer zusammen. Er sorgte für die Texte im großformatigen Bildband über seinen Lebensmittelpunkt “Wesel”, der im Klever Boss-Verlag erschien. Eine erste Schreib- und Bucherfahrung.

Die Stadt am Niederrhein mit 65.000 Einwohnern und dem berühmten, bundesweit bekannten Esel-Echo ist seitdem Kern seiner Veröffentlichungen geblieben. 1997 tat er sich mit seinem Freund Thomas Niermann zusammen und begründete die Tradition der Niederrhein-Krimis beim Kölner Emons Verlag. “Der Esel” – bewusster Hinweis auf den Ort der Handlung - hieß der Erstling, der direkt einschlug. 1998 folgte der Kriminalroman “Der Rabe”, in dem es um Glauben, christliches Leben und schwarze Messen geht. Spätestens hier hatte sich eine Kultfigur durchgesetzt: Ferdi Fleischmann, der ebenso schrille wie tölpelhafte Reporter vom Dienst. Ein Horst Schlämmer vom Niederrhein sozusagen: Man könnte fast meinen, TV-Star Hape Kerkeling habe sich für die Figur seines legendären Lokalredakteurs den guten Ferdi zum Vorbild genommen... (ein lokaler Krimi-Autor hat sich des Typus Ferdi in seinem eigenen Buch wie bei einem Plagiat einfach übernommen, weshalb es nicht wundert, dass sich die Erschaffer von Ferdi verkohlt fühlen können ...).

Thomas Hesse und Thomas Niermann ließen 1999 und 2000 zwei Krimi-Sammlungen unter den Titeln “Mord vor Ort” und “Mord vor Ort II” folgen. Erstere ist eine Kurzgeschichten-Sammlung, zweitere das Ergebnis eines Autorenwettbewerbs – Vorbild für ähnliche Veranstaltungen heutzutage.

Darin vertreten mit einer ausgesucht boshaften Geschichte war auch Renate Wirth aus Xanten. Als sich die beiden Weseler Autoren trennten, verabredeten Thomas Hesse und Renate Wirth, gemeinsam einen Neuanfang zu versuchen. 2004 begannen sie mit dem Projekt “Das Dorf”. Ein Jahr lang dauerte es, bis die Geschichte druckreif war. Das Buch erschien im Oktober 2005, war gleichzeitig Fortsetzung und Neubeginn einer Regionalkrimi-Serie um Wesel, Xanten und die Umgebung. Kultfigur Ferdi Fleischmann musste allerdings passen, dafür gibt es jetzt den schrillen Kriminalassistenten Nicolas Burmeester.

Die gute Resonanz auf “Das Dorf” beflügelte weiterzumachen. Im November 2006 erschien “Die Füchse” – und damit war die Rückkehr zu den kennzeichnenden Tiernamen als Titel vollzogen.

Die Krimi-Story des Autoren-Duos geht weiter. November 2007 erschien “Die Wölfin”; ein Arztroman vom Niederrhein. Dieses Thema hatte es in der regionalen Krimi-Szene vom Niederrhein noch nicht gegeben. Der Roman handelt von einem katastrophalen Kunstfehler, einer erfolgssüchtigen Ärztin und einem raffinierten Racheplan. Kollege Schimanski taucht auch auf. Er löst den Fall gar am Ende - anders als der Leser erwartet.

Neu im Mai/Juni 2009: Hesse/Wirths erster Urlaubsroman. “Die Elster”. Er spielt in einem hitzigen Sommer, in dem die heiße Jagd auf einen Schatz im Mittelgrund steht - und der ungelöste Familienkonflikt von vier Brüdern. Die Story basiert auf historischen Fakten des Wesel nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals wurden die Geusenbecher "ehrenvoll" begraben, um die Kostbarkeiten vor der Vernichtung zu bewahren. Diese tauchen 2009 in einem Abrisshaus auf - nebst einem Totenschädel.

Und nun im September 2010 "DIE EULE". Die Story basiert auf eienr wahren Begebenheit - der Entführung eines Stasi-Offiziers, der in Duisburg lebte, zurück in die DDR. Eine ungeheure Begebenheit. Die Folgen führen 2010 am Niederrhein zur mörderischen Abrechnung und in Erfurt zu Ermittlungen der harten Art. In Wesel beim Showdown löst sich der Fall mit einer überraschenden Wendung. Der Leser glaubt, er hat den Täter richtig gepuzzelt. Doch schön, wenn die Leseerwartung im letzten Moment auf einen ganz anderen Schluss trifft ...